BARAZANI.box_5: Preußischer Kulturbesitz? Die Argumente internationaler Aktivist:innen gegen Ausstellungen mit ethnologischen „Objekten“ aus kolonialen Kontexten liegen hier schon lange vor. Dank an Wolfgang Pehlemann CC BY-SA 3.0 DE

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BARAZANI.box 5
Preußischer Kulturbesitz?*

[* Zitiert aus einer Plakatampagne aus dem Jahr 2015, die an Aktualität nichts eingebüßt hat.]

Das sogenannte »Humboldt Forum im Berliner Schloss« wird von weißen Menschen dominiert (HIER). Sein struktureller Rassismus prägt nicht nur die imperiale Architektur (eine Hommage an das Deutsche Reich Kaiser Wilhelms II). Rassistisch ist auch die Politik dieses „Universalmuseums“, das sich neuerdings Kulturzentrum nennt.

An vielen Objekten in dessen „ethnologischer Sammlung“ klebt das Blut kolonialer Gewalttaten, andere wurden erpresst oder gestohlen. Daher fordern Schwarze Menschen, indigene Menschen und people of color (BIPoC) von den Berliner Museen seit Jahrzehnten Restitutionen und Entschuldigungen für Raub und Völkermord. Doch obwohl sich die »Stiftung Preußischer Kulturbesitz» 2020 zu „substanziellen Rückgaben“ (der Benin’schen Bronzen) durchgerungen hat, werden andere Restitutionsforderungen weiterhin ignoriert, zensiert und ausgesessen.

In BARAZANI.box 5 erzählen Menschen von ihren langjährigen Kämpfen um Restitution. Dabei beleuchten sie auch perfide Propagandamethoden der »Stiftung Preußischer Kulturbesitz«, die belegen, dass diese Institution letztlich nur eines im Sinn hat: Besitz.

HINWEIS: Völkerkundemuseen haben die visuelle Verfügbarkeit anderer Gesellschaften institutionalisiert, indem sie deren kulturelle Phänomene für Ausstellungen isolierten, objektivierten, ästhetisierten und historisierten. Bei aller Kritik an dieser Praxis respektieren wir die Selbstbestimmungsrechte betroffener Communities, derartige visuelle Gewalt für ihre politische Arbeit zu reproduzieren. Lesen Sie hierzu auch unsere »Ethischen Richtlinien«!

Mandu Yenu

Der Thron »Mandu Yenu« gehörte bis 1908 dem Sultan Njoya von Bamoun, bevor er ihn Kaiser Wilhelm II schenken musste. Der amtierende Sultan Ibrahim Mbombo Njoya fragt, warum er immer noch „Preußischer Kulturbesitz“ ist.

Ngonnso

Zeichnung der »Ngonnso« © Andzeshala Shaline Berinyuy, Kamerun, 1995. Seit Jahrzehnten bemühen sich kamerunische NGOs darum, die entführte Ngonnso, Gründerin des Volks der Nso aus Deutschland zurückzubringen. Die Kampagne läuft unter dem Hashtag #BringbackNgonnso

Mallki

Noch immer befinden sich zahlreiche gewesene Menschen in den Depots der »Stiftung Preußischer Kulturbesitz«. Ein Grabbündel aus dieser menschenverachtenden Sammlung ist die »Mallki von Chuquitanta«. Sie wurde zuletzt 2015 als Vorbote des »Humboldt Forums« in der »Humboldt.box« ausgestellt bzw. bloßgestellt. Das hat den Zorn peruanischer Aktivist:innen entfacht…

Das Luf-Boot

Anfang 2021 hieß es beim Aufbau der Ausstellungen im Berliner Humboldt Forum noch begeistert: „Ahoi, liebes Luf-Boot!“. Im März 2021 musste die »Stiftung Preußischer Kulturbesitz« dann eingestehen, dass Reichskanzler Otto v. Bismarck dessen Erbauer und ihre Gesellschaft auf den pazifischen Hermit-Inseln hat auslöschen lassen. Jetzt heißt es, man habe von nichts gewusst.
#NoAmnestyonGenocide