»weiße Dominanz«

Fortlaufende Studie zu institutionalisiertem Weißsein1 am Beispiel des „Humboldt Forums im Berliner Schloss“ [Stand: 2.11.2021]

[1] „’Weiß‘ und ‚Weißsein‘ bezeichnen ebenso wie ‚Schwarzsein‘ keine biologische Eigenschaft und keine Hautfarbe, sondern eine politische und soziale Konstruktion. Mit Weißsein ist die dominante und privilegierte Position innerhalb des Machtverhältnisses Rassismus gemeint, die sonst zumeist unausgesprochen und unbenannt bleibt. Weißsein umfasst ein unbewusstes Selbst- und Identitätskonzept, das Weiße Menschen in ihrer Selbstsicht und ihrem Verhalten prägt und sie an einen privilegierten Platz in der Gesellschaft verweist, was z.B. den Zugang zu Ressourcen betrifft. Eine kritische Reflexion von Weißsein besteht in der Umkehrung der Blickrichtung auf diejenigen Strukturen und Subjekte, die Rassismus verursachen und davon profitieren und etablierte sich in den 1980er Jahren als Paradigmenwechsel in der englischsprachigen Rassismusforschung. Anstoß hierfür waren die politischen Kämpfe und die Kritik von People of Color.“ Quelle: »https://weranderneinenbrunnengraebt.wordpress.com/2012/09/15/weisweissein«

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1991

Gründung der »Gesellschaft zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses e.V.« in Mainz. Aktueller Vorstand: https://www.berliner-stadtschloss.de/der-verein/#der-vorstand; Satzung: https://www.berliner-stadtschloss.de/website/wp-content/uploads/2020/02/GesBerlinerSchloss_Satzung.pdf

1997

Wiederaufbau- und Nutzungskonzept des Berliner Stadtschlosses auf Basis einer privaten Finanzierung ohne öffentliche Mittel, vorgelegt von der Arbeitsgemeinschaft Berliner Stadtschloss: Hans-Joachim Arndt, Wilhelm von Boddien, Walter Rasch, Ralf Schüler, Ursulina Schüler-Witte; www.berliner-stadtschloss.de/das-neue-schloss

Wappen derer von Boddien


2001

Mitglieder der Expertenkommission “Historische Mitte Berlin“

Dr. Hannes Swoboda, MdEP, Wien Vorsitzender
Prof. Roland Berger Roland Berger & Partner GmbH, München
Peter Conradi Präsident der Bundesarchitektenkammer, Berlin
Prof. Dr. Laurenz Demps Institut für Geschichtswissenschaften Humboldt-Universität Berlin
Friedrich Dieckmann, Berlin
Franziska Eichstädt-Bohlig, MdB, Berlin
Prof. Dr. Helmut Engel Stiftung Denkmalschutz Berlin
Dr. Bruno Flierl, Berlin
Ernst Freiberger, Berlin
Prof. Barbara Jakubeit Mitglied des Vorstands der Flughafen Frankfurt/Main AG
Prof. Josef Paul Kleihues Architekten Kleihues+Kleihues, Berlin
Dr. Peter Klemm Staatssekretär a.D., Bonn
Thomas Krüger, Senator a. D. Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Prof. Klaus-Dieter Lehmann Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Prof. Vittorio Magnago Lampugnani Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, Zürich
Prof. Dr.-Ing. Goerd Peschken, Berlin
Jerry I. Speyer Tishman Speyer Properties Deutschland GmbH, Berlin

Moderatoren
Wolfgang Thierse Präsident des Deutschen Bundestages
Reinhard Führer Präsident des Abgeordnetenhauses
Kurt Bodewig Minister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Beauftragter der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien
Peter Strieder Senator für Stadtentwicklung
Dr. Christoph Stölzl Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Abschlussbericht [LINK] der Internationalen Expertenkommission »Historische Mitte Berlin« mit der Empfehlung zur Wiedererrichtung des barocken Schlosses mit einer modernen Ostseite für ein internationales Kulturzentrums namens Humboldt Forum

2002

Am 4. Juli 2002 beschließt der Deutsche Bundestag den Wiederaufbau des Berliner Schlosses im Sinne der Empfehlung der Internationalen Expertenkommission »Historische Mitte Berlin« und ruft einen Wettbewerb für architektonische Entwürfe zu deren Umsetzung aus (LINK).

2008

Nach zweitägiger Beratung entscheidet sich das Preisgericht des Wettbewerbs für die „Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt-Forums im Schlossareal Berlin“ für den Entwurf des Architekten Francesco Stella aus Vicenza (Italien). LINK

Stimmberechtigte Preisrichter
Prof. Anke Bernotat, Designerin, Amsterdam
Christa Fischer, Innenarchitektin, Berlin
Jens-Ole Kracht, Designer, Berlin
Dr. Jons Messedat, Designer/Architekt, Stuttgart
Franco Stella, Architekt, Vicenza
Dr. Klaus Ulrich Werner, Bibliotheksdirektor, Berlin
Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der
Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum
Rita Ruoff-Breuer, Präsidentin des
Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung
Ingo Mix, Referatsleiter beim
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Prof. Dr. Hermann Parzinger,
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin,
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Stellvertretende Preisrichter
Holger Kleine, Architekt, Berlin
Ruth M. Lorenz, Innenarchitektin, Berlin
Sabine Giebenhain,
Bauingenieurin/Bibliotheksdirektorin, München
Bernhard Wolter, Leiter Kommunikation,
Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum
Sachverständige
Dr. Stephan N. Barthelmess, SPK
Prof. Dr. Michael Dürr, ZLB
Dr. Jonas Fansa, ZLB
Thomas Herrmann, SBS-HF
Karl-Heinrich Mohr, SBS-HF
Monika Zessnik, Besucher-Dienste der SMB
Volker Grübener, BBR
Dorothea Kluth, BBR
Nina Wengatz, BBR
Stephan Ludwig, convis (Projektsteuerung)
Sascha Knapschinsky, convis (Projektsteuerung)
Elli Stumpf, convis (Projektsteuerung)

2012

Die Kulturen der Welt im Herzen Berlins
Wolfgang Thierse © Deutscher Bundestag
Mitteilungsblatt des Fördervereins Berliner Schloss e.V., S. 4

2013

Juni 2013: Bundespräsident Joachim Gauck legt den Grundstein für das Berliner Schloss – Humboldtforum. Der Stein wird anschließend christlich gesegnet.

DER TAGESSPIEGEL vom 11.06.2013: Boddien meint: Das Schloss ist rattenscharf – genau wie ein Porsche. Grundsteinlegung in Berlins Mitte – Der lange Weg zum Stadtschloss; Bild: Mazbln CC BY-SA 3.0

2015

»Intellektuelles Richtfest am Humboldt-Forum«
Gemeinsam mit den drei Gründungsintendanten des Humboldt-Forums, bestehend aus Horst Bredekamp, Neil MacGregor und Hermann Parzinger, besichtigt Kulturstaatsministerin Grütters die Baustelle am Berliner Schlossplatz.

Die geladenen Gäste beim Richtfest des „Humboldt Forums im Berliner Schloss“

Aktivist für die Gruppe Alexandertechnik: Flugblattverteilung Kolonialamnesie, Fotokopie, 21,0 x 29,7cm (12.06.2015). Mit freundlicher Genehmigung der Gruppe Alexandertechnik

Teilnehmer:innen des christlichen Gottesdienstes anläßlich des Richtfests des „Humboldt Forums im Berliner Schloss“

2016

Stammwappen der Hohenzollern

Georg Friedrich Prinz von Preußen, Wilhelm von Boddien, Hans-Dieter Hegner und Johannes Wien begutachten das Modell des Berliner Schlosses. Foto: Huger Foto: Schwarzwälder-Bote. Foto aus dem Artikel: »Der Prinz hat nun auch ein Schloss«, Schwarzwälder-Bote 26.05.2016

2019

Kuppel und Kreuz des Stadtschlosses wurden von der Milliardärin Inga Maren Otto finanziert:
„Im Gedenken an meinen Mann Werner A. Otto 1909 – 2011. Inga Maren Otto“

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Webkunstwerk der »Stiftung Berliner Schloss«:
Namen aller Spender:innen des Wiederaufbaus des Schlosses Kaiser Wilhelms II

Hans-Dieter Hegner, Vorstand für den Baubereich der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss ab Minute 1:40: »[Das Schloss] schließt eine Wunde in der Stadt, weil dieser Platz ist wirklich… dieser Lustgarten… das ist ein toller Platz. Der hat jetzt diese barocke Fassade. Das ist absolutistische Macht. Jetzt fragen Sie natürlich: Muss das denn sein, absolutistische Macht? Ja, also die Pariser haben den Louvre auch nicht abgerissen, sondern stellen da tolle Bilder aus und ich geh da gerne rein. Diese Fassade hat aber auf der anderen Seite eben den Schinkel, das ist ein griechischer Tempel. Ionische Säulenstellung. Das ist Demokratie, das ist Bürgertum. Das steht jetzt gegenüber der absolutistischen Macht. Wunderbar! Dazu ist das garniert mit dem Zeughaus, die militärische Macht, und dem Dom, das ist die kirchliche Macht sozusagen… wer hat schon einen solchen Platz?«

2020

Eröffnungsgala 2020 im Berliner Schloss für die Spender:innen des Wiederaufbaus des Schlosses Kaiser Wilhelms II; Aufzeichung der Live-Sendung vom 28. November 2020

Meanwhile…

2021

20.07.2021: Eröffnung des sogenannten „Humboldt Forums im Berliner Schloss“

Die Macher:innen des „Humboldt Forums im Berliner Schloss“

Pressetext auf YOUTUBE:
„Die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin sind wieder zu erleben. Neu kuratiert und in engem Austausch mit den Herkunftsgesellschaften entstanden, ermöglichen sie unterschiedliche Blicke auf die vergangenen und gegenwärtigen Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens und Ozeaniens. Zur Eröffnung am Mittwoch, 22. September 2021, im Humboldt Forum sprechen Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums, Prof. Dr. Hermann Parzinger – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Lars-Christian Koch, Direktor der SMB-Sammlungen im Humboldt Forum, und verschiedene Kuratoren.“

Hartmut Dorgerloh, Intendant des Humboldt Forums im Interview mit Lorenz Rollhäuser zum Diversität, Pressekonferenz zur Eröffnung der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin am 20.09.2021

Rollhäuser: Und wie wird Ihre Institution Humboldt Forum diverser?

Dorgerloh: Das ist ’n weiter Weg und zwar der Diversifizierung der Themen, auch des Personals, die hier arbeiten. Wir haben z. B. in unserer Servicegesellschaft einen [unverständlich; Anteil] von über 40% Mitarbeitende, die nicht originär [unverständlich; aus Deutschland] kommen, wir haben…ähhm…die Möglichkeit [unverständlich; mit Partnerinnen und Partnern zu einzelnen Projekten] interdisziplinär zu arbeiten mit Residencies, aber natürlich auch in der eigenen Mitarbeiterschaft. Das geht bis hin in die Beauftragung von Kuratorinnen für die Ausstellungen, z. B. die Kuratorin, die unsere erste Wechselausstellung heute eröffnet hat oder kuratiert hat, ist auch keine weiße Deutsche.

Rollhäuser: Aber feste Stellen sind fast alle in der Hand von weißen Deutschen, so wie ich das immer höre. 200 Stellen, nicht auf Diversität geguckt…

Dorgerloh: Das hängt davon ab, wer sich bewirbt, und wir haben ein ziemlich breites und sehr diverses Publikum, das beginnt… ähh, Mitarbeiterschaft, das beginnt z. B. im technischen Bereich. Es sind ja vor allen Dingen…

Rollhäuser: Ich rede von maßgeblichen Stellen, was das Kuratieren und die konzeptionelle Aufstellung der Ausstellungen…

Dorgerloh: Die Ausstellungen werden nicht von uns alleine kuratiert, sondern die Ausstellungen werden immer in Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern kuratiert, oder die Veranstaltungen, und die Partnerinnen und Partner sind sehr häufig, häufig auch überwiegend oder ausschließlich nicht-deutscher Herkunft. Z.B. beim Sommerfestival „Durchlüften“1 war das sehr gut zu sehen, wir sind die… geben eine Bühne, wir geben einen Ort, wir sind ein Forum, in dem wir Menschen hier ohne entsprechende Vorgaben oder ohne entsprechende Maßgaben den Raum geben, sich hier künstlerisch oder wissenschaftlich oder in anderer Form zu positionieren. Das haben die ersten Veranstaltungen glaube ich gezeigt, dass wir nicht sagen, was passiert, wir organisieren diesen Prozess, aber wir [unverständlich] geben hier eine Stimme, und wir geben den Menschen einen Ort, und…

1 Screenshot des Bühnenprogramms im „Humboldt Forum im Berliner Schloss“, August/September 2021)

Rollhäuser: Aber ist das nicht genau die Reproduktion der kolonialen Struktur: Wir weißen Menschen geben anderen einen Ort, eine Stimme?

Dorgerloh: Das ist sicherlich eine Frage der Machtverhältnisse, natürlich ist mit diesem Humboldt Forum auch eine Machtposition verbunden, weil [unverständlich; wir Menschen] einladen können, weil wir Menschen einen Raum geben können, das ist allerdings jetzt die Aufgabe, eben gemeinsam jetzt hier nicht zu… [unverständlich], sondern wirklich diesen Raum so weit es geht offen zu halten, und das machen wir.

Und das:

Hermann Parzinger im Interview mit Lorenz Rollhäuser am 20.9.2021:
„Dass wir uns ’ne Diversität in der Betreuung der Sammlungen wünschen, ist auch klar, und wir hatten einmal einen Kurator, einen Kunsthistoriker aus China, der im Museum für asiatische Kunst gearbeitet hat. Das muss auch Zukunftsaufgabe sein. Das würde ich mir auch wünschen.“

To be continued…