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Völkermord in Namibia

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Die Ruinen des Schlosses Kaiser Wilhelms II.

Sie befinden sich im Kellergeschoss des sogenannten Humboldt Forums. Hier glorifiziert man die Fundamente des originalen Schlosses von Kaiser Wilhelm II. Dass man sein Schloss für bislang 680 Millionen € wiedererrichtet hat, ist für die Nachfahren seiner Opfer ein Affront. Sie erinnert es an die Maafa*, das große Leid. Doch hören Sie selbst!

Maafa* bedeutet Katastrophe, Trauma und schweres Leiden. Der Begriff ist Kisuaheli und wurde 1998 von der Schriftstellerin Marimba Ali geprägt. Maafa beschreibt über Jahrhunderte hinweg angestaute Momente der Erniedrigung, Ausbeutung, Missachtung, Vergewaltigung, Entführung, Versklavung und Ermordung von Schwarzen in immer wieder neuer, boshafter Qualität ohne bislang absehbares Ende. Dieses Leid hat auch das Deutsche Reich verursacht und die Bundesrepublik Deutschland mit zu verantworten.

[Marimba Ani: Let the Circle Be Unbroken: The Implications of African Spirituality in the Diaspora, 1998, S. 583.]

Durch die Tunnel gelangt man über die BARAZANI.box_2 zur Ruine des Schlosses der Hohenzollern und Kaiser Wilhelms II; in der Mitte des Fotos zu sehen: eine Intervention der Poetin Lahya Aukongo mit ihrem Gedicht »Maafa«

Maafa, Lahya Aukongo, Gedicht (PDF)

Ausstellungstext des sogenannten Humboldt Forums zum Palastkeller: keinerlei Problematisierung des Ortes, dafür Faszination für die Heizanlage

Esther Muinjangue, Herero-Aktivist:in und namibische Politikerin über das sogenannte Humboldt Forum im wiedererrichteten Schloss Kaiser Wilhelms II

Der deutsche Außenminister Heiko Maas kündigte am 28. Mai 2021 an, Deutschland werde über einen Zeitraum von 30 Jahren 1,1 Mrd. € Entwicklungshilfe für den Völkermord an den Ovaherero und Namas leisten (36,6 Millionen € pro Jahr). Im Vergleich dazu: Deutschland investiert 60 Millionen € pro Jahr für den Betrieb des Berliner Humboldt-Forums im wiederaufgebauten Schloss Kaiser WIlhelms II. Lesen Sie hier die Presseerklärungen der Opferverbände der Herero und Nama und des Aktionsbündnisses „Völkermord verjährt nicht!“ aus Berlin.

ZOOM IN

Klagelieder der Herero und Namas während ihres Besuchs in Berlin; AFROTAK TV; Museale Intervention in den Palastkeller; (c) Adetoun Küppers-Adebisi & Michael Küppers-Adebisi

AFROTAK TV cyberNormads ist ein afrodeutsches Medien-, Kultur- und Bildungsarchiv und soziales Netzwerk initiiert und geleitet von Adetoun Küppers-Adebisi und Michael Küppers-Adebisi. In den Jahren 2000 und 2001 entwickelte die afrodeutsche Initiative für die Bundeszentrale politische Bildung (bpb) ein Pilotprojekt zur bildungspolitischen Integration von Migrantinnen und Migranten, insbesondere der Afrikanischen Diaspora in Deutschland. In Folge führte die Initiative bis 2005 erstmals eine digitale und historische Bestandsaufnahme der Afrikanischen Diaspora in Deutschland, ihrer Nichtregierungsorganisationen und ihrer Medien über ein Online-Portal durch. In dieser Zeit veranstaltete AFROTAK TV cyberNormads auch mehrere Black-Media-Kongresse zu den Themen „Soulpower and Cyberspace“, „Networking Europe“ und „Von der Berliner Afrikakonferenz 1884 bis Afrofuturismus 2004“. 2004 initiierten sie die Verleihung des „May-Ayim-Award“ für Schwarze Literatur. Im Rahmen des „Black History Month Berlin“ realisierten sie 2009 und 2010 Podiumsdiskussionen zu den Themengebieten Identität der Afrikanischen Diaspora, Rassismus und Migration.

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