Luftaufnahme des BARAZANI.berlin auf der Museumsinsel. Gehe direkt zu BOX_0: Premium Connect | BOX_1: Der lange Weg zum BARAZANI.berlin | BOX_2: What have we done? – Der Genozid in Namibia

»Willkommen im BARAZANI.berlin! Willkommen auf dem Berliner Schlossplatz! Du befindest Dich hier an einem geschichtsträchtigen Ort. Hier stand einst der Palast des Deutschen Kaisers Wilhelm II. Manche wünschen sich dessen Reich wieder herbei! Manche wollen seinen Palast zurück. Wir möchten das nicht.«

»BARAZANI.berlin ist eine virtuelle Realität. Was das bedeutet? Wir erschaffen diesen Ort gemeinschaftlich: mit Künstler:innen, mit Aktivist:innen, mit Politiker:innen und mit Dir.«

Ausstellungen

Hier gibt es das Ausstellungsprogramm zum Download (Karte) und die wichtigsten Ausstellungen in der Schnellübersicht.

„Räumt die kolonialen Schatzkammern!“
Schutzgott Makabu Buanga des Fürsten Ischiehwu, Kongo


Ludwig Wolf, der als Arzt die „Expedition“ des Kolonialoffiziers Hermann Wissmann begleitete, erpresste den Schutzgott Makabu Buanga vom kongolesischen Fürsten Ischiehwu. Seit Wolf diese Statue zu Gesicht bekommen hatte.


„Schon Beutekunst betrachtet?“
Königinnenmutter Idia, Benin, Nigeria

Weil Oba Ovonramwen, Herrscher des Königreichs der Edo, sich weigerte den englischen Kolonialisten zu unterwerfen, überfielen die Briten 1897 die Residenzstadt Benin im heutigen Nigeria. Bei diesem kriegerischen Überfall stahlen die Briten Hunderte wertvoller Bronzestatuen aus dem Palast des Königs und verkauften diese an Interessenten in aller Welt. Felix von Luschan, Leiter der Afrika-Abteilung im Königlichen Museum für Völkerkunde zu Berlin, bekam davon Notiz und schickte umgehend einen seiner Assistenten nach London, wo dieser zahlreiche Bronzen erwarb. Seit vielen Jahren bitten der Oba von Benin, wichtige nigerianische Kunsthistoriker sowie auch das Kulturministerium von Nigeria um die Rückgabe dieser Objekte, zumal Luschan zum Zeitpunkt des Kaufes in vollem Wissen über deren unrechtmäßige Aneignung war. Dennoch behauptet die Berliner Landesregierung bis heute, noch nie etwas von solchen Forderungen gehört zu haben.


„Freedom of Movement?!“
Nofretete, Ägypten

Seit die Existenz der Nofretete-Statue in Berlin im Jahr 1923 bekannt wurde, liegen der ägyptische Staat und Deutschland im Streit darüber, wo sie rechtmäßig hingehöre. Sie wurde 1913 in Nordafrika ausgegraben und dann unter bis heute ungeklärten Umständen heimlich nach Deutschland verschifft. Seitdem hat der ägyptische Staat unablässig auf ihre Rückkehr oder zumindest auf eine Ausstellung der Statue in Ägypten gedrängt. Doch während Ägypten immer wieder prestigeträchtige Objekte an Deutschland verleiht, erklärten die Staatlichen Museen zu Berlin in zynischer Art und Weise, dass „die Dame nach 3000 Jahren nicht reisewillig [ist].“ So bleibt der im Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation für Nofretete reservierte Platz bis heute leer. Während die übrigen außereuropäischen Schätze nun vom Schloßplatz aus den „Dialog der Kulturen“ bestreiten sollen, wird die als „schönste Berlinerin“ vereinnahmte Afrikanerin im Ägyptischen Museum auf der Museumsinsel auch in Zukunft im Ensemble der Einrichtungen mit europäischer Kunst zu sehen sein.


„Preußischer Kulturbesitz?“
Mandu Yenu, Foumban, Kamerun

Warum sollte ein König freiwillig seinen Thron verschenken? Nach Darstellung der Staatlichen Museen zu Berlin hat König Ibrahima Njoya, legendärer Herrscher der Bamum in Kamerun, jedoch genau dieses getan. 1908 übersandte er dem deutschen Kaiser Wilhelm II seinen berühmten Thronsessel „Mandu Yenu“, angeblich um damit seine Position als Bündnispartner der Hohenzollern zu verdeutlichen. Doch diese Erzählung der Staatlichen Museen ignoriert die Machtverhältnisse in der damaligen Kolonie: Kaum war ein Bild des Throns nach Deutschland gelangt, stachelten sich die Leiter der Ethnologischen Museen gegenseitig zu einem Wettlauf um den großartigen Königsstuhl auf. Erst nach langem Drängen von deutscher Seite ließ Njoya eine Kopie erstellen, um die Deutschen zu befrieden und zugleich die Insignie seiner Macht zu bewahren. Erst als diese nicht rechtzeitig fertig wurde, übergab er schließlich den Deutschen das Original und behielt die Kopie für sich. Kaiser Wilhelm II schenkte im Gegenzug nicht seinen Thron, sondern ein lebensgroßes Bildnis von sich selbst.

»Das Wort barazani ist aus der Sprache Kiswahili. Es bedeutet unter anderem im Forum, Ort der Diskussion und Platz der Rechtsprechung. BARAZANI.berlin ist ein Forum für anti-kolonialen Widerstand und ein Ausstellungszentrum für aktivistische Kunst. Gemeinsam suchen wir nach einem aufrichtigen und angemessenen Umgang mit den generationsübergreifenden Traumata, die der Kolonialismus verursacht hat und immer noch verursacht.«

»Hier oder im Menü rechts oben findest Du die Karte des BARAZANI.berlin. Damit kannst Du die meisten Ausstellungen und Sehenswürdigkeiten erreichen. Alle diese Orte sind nummeriert (z.B. A7, B1, C1,…). Nutze auch die Hyperlinks weiter unten zur Navigation!«